Mein Einsatz: Haika Lübcke
Für ein Konzert mit dem Jugend Sinfonieorchester Zürich und vor allem für Haika Lübcke hat der Rumäne Gabriel Mălăncioiu ein Konzert für Piccolo und Orchester komponiert. Dass für dieses Instrument ein Werk entsteht, ist noch eine Seltenheit.
«Während meiner 25 Jahre im Tonhalle-Orchester Zürich habe ich noch kein einziges Solo-Konzert für Piccoloflöte erlebt. Das Instrument ist aber auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung liegt meiner Wahrnehmung nach daran, dass Flötenstudierende das Piccolo mittlerweile im Nebenfach erlernen können, der Instrumentenbau immer besser geworden ist und die Piccolisten auch als Solisten auftreten. Mehr und mehr Komponisten schreiben explizit für dieses Instrument.
Bei der Recherche für mein CD-Projekt ‹Piccolo Legends› war ich auf das Werk ‹Hommage à Marsyas› von Gabriel Mălăncioiu gestossen. Mir hatten diese drei kleinen Stücke, die archaische Musik mit Naturlauten verbinden, sehr gefallen. Ich wollte es so gut wie möglich interpretieren und stellte dem Komponisten Fragen. Nachdem er meine Aufnahme gehört hatte, schrieb er nicht nur das neue Solowerk ‹Vogelino› und widmete es mir. Er fragte mich, ob er auch ein Piccolo-Konzert für mich schreiben dürfe. Ich war baff. Das ist, wie gesagt, eine grosse Seltenheit, dass eine solche Komposition entsteht und dann noch ein Widmungskonzert – das hat mich gerührt. Ich durfte Wünsche zur Besetzung einbringen und da sollte natürlich ein grosses Orchester samt Englischhorn und Bassklarinette nicht fehlen.
‹Piccolored life› entstand im Winter 2023/24 – ich war begeistert. Nun musste ich mir Gedanken über die Aufführung machen und ging zu meinem Kollegen David Bruchez-Lalli. Auch er war beeindruckt. Für die Musiker und Musikerinnen im Jugend Sinfonieorchester Zürich wird es etwas Besonderes sein, die Uraufführung mit ihm zu erarbeiten. Bis zum Konzert sind es noch einige Monate, aber ich feile jetzt schon an den Klangfarben. Und ich freue mich, dass Gabriel Mălăncioiu extra für das Konzert aus Timișoara nach Zürich kommen wird.»
Aufgezeichnet von Katharine Jackson
