Doppeltes Debüt
Die spanische Geigerin Maria Dueñas spielt erstmals in der Tonhalle Zürich – und an der Mailänder Scala.
Die Wikipedia-Listen von prominenten Menschen, die in den frühen 2000ern geboren wurden, sind lang, aber naturgemäss einseitig. Die grosse Mehrheit der Aufgeführten sind Sport-Grössen, die Anfang bis Mitte 20 im besten Alter sind. Dazu gibt es ein paar Schauspieler* innen, einzelne Popstars – auch dies sind junge Branchen. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft kommen dagegen (noch) nicht vor. Und die Klassik ebenfalls nicht.
Das dürfte sich bald ändern: Im Konzertbetrieb schaffen die ersten 2000er-Jahrgänge den Sprung von den Nachwuchsformaten auf die grossen Bühnen. Besonders schwungvoll springt derzeit die 2002 in Granada geborene Geigerin und Komponistin María Dueñas. Was sie erreicht hat, müsste eigentlich locker reichen für die Wikipedia-Liste: Da ist etwa der Exklusiv-Vertrag bei der Deutschen Grammophon. Oder der Auftritt beim Nobelpreis-Konzert 2025. Oder ein Latin Grammy. Und vor allem die rasch dichter werdende Folge von Einladungen von grossen Orchestern: Kürzlich trat sie erstmals mit den Wiener Philharmonikern auf – nun folgt ihr Debüt in der Tonhalle Zürich mit dem Violinkonzert von Erich Wolfgang Korngold.
Nach den Zürcher Konzerten reist sie mit dem Orchester in Richtung Süden, für ihr erstes Gastspiel in der Mailänder Scala. Da steht sie gleich noch einmal auf einer bedeutenden Bühne – Wikipedia, bitte notieren!
