Semyon Bychkov mit Bruckner
Semyon Bychkov mit Bruckner
Bruckners Sinfonie Nr. 8 ist abendfüllend – nicht nur wegen der Dauer von gut 80 Minuten, sondern auch wegen ihres Gehalts. Der Dirigent Semyon Bychkov ist überzeugt, dass sich alles in diesem Werk um Bruckners Beziehung zu Gott drehe, und damit um eine «komplexe und konfliktreiche Angelegenheit». Bruckner selbst bezeichnete seine letzte vollendete Sinfonie als Mysterium, erklärte aber gleichzeitig verschiedene Passagen mit durchaus konkreten Inhalten: Das Scherzo enthalte ein Porträt seines Freundes Carl Almeroth, im Adagio gehe es um ein Mädchen, dem er «tief in die Augen geblickt» habe, und durch das Finale geistere der «deutsche Michel». Für Semyon Bychkov bleibt am Ende der religiöse Zweifel: «Niemand wird mich jemals davon überzeugen können, dass Zweifel nicht existieren.»
